Erholungstag und Fahrt nach Coroico (Sa 07.08 bis So 08.08.2010)
Nach einem gemütlichen Frühstück, trennten sich mal wieder unsere Wege. Yossy und Georg fuhren erneut zum Krankenhaus um eine detaillierte Rechnung inkl. Beschreibung für unsere Versicherung abzuholen. Johannes und Saskia gingen in die Stadt. Peter, Barbara und ich statteten Augusto im Nachbarhotel einen Besuch ab. Dort trafen wir nicht nur auf ihn, sondern Yesenia war bei ihm. Ihm ging es schon um einiges besser und er hatte kein Pflaster mehr auf seiner Nase. Wir tauschten Bilder aus und unterhielten uns um weitere Pläne. Der Illimani muss für mich auf jeden Fall nachgeholt werden.
Stadttag in La Paz
Um 13:00 Uhr war ein Treffen mit Johannes und Saskia in unserem ersten Hotel in La Paz geplant. Als wir zurück kamen waren Georg und Yossy noch nicht wieder eingetroffen. Langsameren Schrittes machten Barbara und ich uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt. Die Schmerzen waren natürlich noch nicht weg und machten sich bei jedem Schritt bemerkbar. Vor unserem Treffen statteten wir unserem Café, welches auf dem Weg lag, noch einen Besuch ab.
Für den letzten Tag wollten wir noch eine gemeinsame Tour machen und gingen zum Reisebüro. Dort bot man uns eine Fahrt nach Coroico an. Coroico liegt schon halb in den Yungas und weist milde Temperaturen und einen tollen Panoramablick auf. Es wurde nicht lange gefackelt und der Ausflug war gebucht. Dies sollte für alle etwas Neues sein. Am Treffpunkt trennten sich nach kurzer Rücksprache miteinander die Wege. Georg, Peter und Yossy wollten irgendwo Pizza essen gehen. Barbara und ich wollten aber unbedingt noch mal Salteñas essen und Apfelkuchen in unserem Café. Der Schnellimbiss Bruzzo hatte leider keine mehr, somit suchten wir das Café auf, bei dem wir nach dem Huayna die erste Portion Spaghetti gegessen hatten. Dort bekamen wir unsere heißgeliebten Salteñas. Jetzt war es an der Zeit, den Rückweg Richtung Café anzutreten, denn um 15:00 Uhr wollten wir uns wieder mit den Anderen treffen. Das Café war proppe voll und wir mussten einen Tisch vor den Toiletten nehmen. Hauptsache ein Tisch und ein Stück Apfelkuchen. Daraus wurde leider nichts. Es gab keinen Apfelkuchen und die Wahl viel auf eine Art Käsekuchen. Der war zwar auch lecker, aber nicht so toll wie der Apfelkuchen.
Ein wenig außer Atem, denn es hatte etwas länger mit unserer Bestellung gedauert, kamen wir am Treffpunkt an. Danach kauften wir noch ein paar Souvenirs und schlenderten wieder Richtung Hotel.
Pizzeria Italia
Gegen Abend hin gab es noch mal eine Diskussion wohin es gehen sollte. Barbara und ich wollten nicht in das Café am “Plaza de Estudiantes” und Yossy nicht in die Pizzeria. So gingen unsere Wege ein weiteres Mal in verschiedenen Richtungen. Schließlich wollten wir beide noch mal eine Pizza “medio” essen.
Wir waren fast die alleinigen Gäste beim Italiener und bestellten zu deren Entsetzen eine Pizza “medio” und eine “pequeño”. Als der Teller und die Platte leer waren stellten wir fest, dass wir auch zwei “medio” hätten bestellen können. Naja, dann hat man noch etwas offen beim nächsten Besuch. Als wir im Hotel ankamen, waren die anderen noch nicht da. Später erfuhren wir dann, dass sie unendlich lange gewartet hatten und die Bestellungen nicht perfekt ausgeführt wurden. Tja, da hatten wir wohl den besseren Abend!
Ausflugziels Coroico
Als wir La Paz verlassen hatten und am “La Cumbre” angekommen waren, legte der Fahrer eine Fotopause ein. Der “La Cumbre” ist der Scheitelpunkt der Strecke. Von dort geht es erst mal nur runter, bis zum Kontrollpunkt Unduavi. In der Pause wurde heftigst diskutiert, wie und ob die Tour fortzusetzen sei oder nicht. Das Resultat war Weiterfahrt, denn ein Taxi aus entgegengesetzter Richtung anzuhalten gestaltete sich schwierig. Nach dem die Kontrollstelle hinter uns lag und wir schon ein gutes Stück weiter in Richtung Tiefland gekommen war, bog der Fahrer rechts auf eine Schotterpiste ab. Diese war auf einmal so eng, dass sie kaum breiter war als der Radstand eines LKWs. Jetzt wussten wir, dass wir uns auf der “Death Road” befanden.
Die “Death Road” ist die Todesstraße und eine der gefährlichsten Straßen der Welt. Hier finden jährlich mehrere tödliche Unfälle statt. Je mehr Höhenmeter es ins Tal ging, desto mehr hatten wir die Vermutung, dass uns hier etwas verschwiegen wurde. Unser Guide hatte zwar gesagt, dass wir ein Stück dieser Straße fahren würden, aber nicht den ganzen Weg. Auf dieser Straße herrscht Linksverkehr, das bedeutete sobald uns ein anderes Fahrzeug entgegen kam, mussten wir so weit es ging in Richtung Schlucht ausweichen. Yossy hatte den ungünstigsten Platz und sah sich bei jedem Ausweichmanöver schon tief in der Schlucht. Die Kreuze auf der Felsseite taten ihriges dazu. Das war meine “Aussicht”. Ich beschäftigte mich mehr mit den Schlaglöchern und versuchte so gut es ging die heftigen Schläge abzufangen.
Um kurz vor Mittag kamen wir an unserem Ziel dem Hotel Sol y Luna etwas oberhalb von Coroico an. Peter hatte unterwegs mit dem Mann, dessen Tochter dabei war, den Platz getauscht. Seine Beinsituation wurde dadurch verbessert, aber beengt fühlte er sich dennoch. Auf einer gemütlichen großen Terrasse nahmen wir Platz und genossen den herrlichen Ausblick über Coroico und die Umgebung. Das Buffet wurde gerade bestückt und wenig später ließen wir es uns schmecken. Nach einer guten Stunde ging es weiter zu den Wasserfällen. Am Bus bemerkten wir, dass alle, die ein T-Shirt an hatten vom “Feind” (Stechmücken) gestochen wurden. Das komische war, ein Juckreiz wurde nicht ausgelöst. Man kam überhaupt nicht mit als die Mistviecher zu stachen.
Der aufgeheizte Bus ohne Klima war fast unerträglich. Nach ein paar Minuten ging es dann und wir näherten uns den Wasserfällen. Allerdings sahen die ersten sehr ausgetrocknet aus. Für den größten mussten wir noch einen kleinen Anstieg in brütender Hitze in Kauf nehmen. Es hieß zwar man könnte dort baden, aber als wir ankamen verging uns jegliche Lust. Angesichts der nicht vorhandenen Größe und Tiefe des Lochs. Wir schauten dann lieber den anderen Badegästen zu und gingen nach einer Erholungsphase zurück zum Bus. Auf dem Weg nach Coroico gab uns unser Guide die Möglichkeit, auf einen kleinen Dorfrundgang in Coroico. Dieser war schnell erledigt, da es nicht viel zu sehen gab. So überbrückten wir die restliche Zeit in einem kleinen Café an der “Plaza Principal”. Auf unsere Bitte hin nahm der Fahrer auf dem Rückweg die 2006 erbaute Strecke von Coroico nach La Paz. Diese ging dann wesentlich angenehmer einher, einmal für meinen Rücken und einmal für die Nerven von Yossy.
Mit der Dunkelheit kamen wir in La Paz an. Um 20:00 Uhr nahmen wir erneut zwei Taxi’s und fuhren ein letztes Mal zur Tranquera. Diesmal fiel unsere Wahl auf eine Fischspezialität. Wir genossen den letzten Abend sehr und hoffen auf ein Wiedersehen, auch aufgrund der Tischbedienung.
Im Hotel legten wir noch eine Packeinheit ein und gingen dann zu Bett.